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Wir leben in einem freien Land, in dem wir unsere Meinung frei äußern (Meinungsfreiheit) und friedlich zusammenkommen und demonstrieren (Versammlungsfreiheit) dürfen. Medien wie Zeitungen und Nachrichtensender dürfen unabhängig berichten und Informationen verbreiten (Pressefreiheit) und vor dem Gesetz haben alle Bürger unseres Landes die gleichen Rechte und Pflichten. Ob diese Freiheiten auch immer genutzt werden und wer darauf achtet, dass sie gewahrt bleiben, ist immer wieder Gegenstand von Diskussionen (und Propaganda). Vielleicht ist „Freiheit“ kein Zustand, der entweder erreicht ist oder nicht, sondern – wie so vieles im Leben – ein Spannungsfeld zwischen zwei Polen, in dem wir uns als Gesellschaft immer wieder mehr in die eine oder in die andere Richtung bewegen.
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Wie aber ist es individuell? Sind wir als Einzelne nicht tatsächlich entweder „frei“ oder „unfrei“?
So einfach ist es nicht. Das wusste schon der Apostel Paulus vor fast zweitausend Jahren.
In seinem Brief an die Gemeinde in Galatien schreibt er: Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen! (Galater 5,1)
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Und nein, damals waren nicht alle Menschen in Galatien frei. Auch nicht, wenn sie sich taufen ließen. Wer im Gefängnis saß, blieb im Gefängnis. Wer Sklave war, blieb Sklave. Aber Paulus wusste, dass zu Freiheit mehr gehört. Frei ist nicht nur, wer über seinen Aufenthaltsort selbst bestimmen kann oder darüber, womit er seine Zeit verbringt. Frei ist, wen Christus befreit hat. Und wer daran glaubt, dass Christus ihn befreit hat, spürt vielleicht auch etwas von dieser Freiheit – selbst dann, wenn er im Gefängnis sitzt oder Sklave ist, wenn er in einem Staat mit totalitärem Regime lebt, sich gefangen fühlt in seinem eigenen Körper oder eingeengt von Ängsten und Sorgen. Darum gilt seine Mahnung allen Menschen: Nutzt die Freiheiten, die euch gegeben sind, statt nur damit zu hadern, in welcher Hinsicht ihr (noch) unfrei seid. Und denkt immer daran: Christus hat euch befreit. Auch wenn es euch manchmal anders vorkommt. Amen!
Ihre Pfarrerin Ronja Schönberg
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Bericht: Teamfahrt nach Münster von Ronja Schönberg
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Am zweiten Septemberwochenende fand unsere Teamfahrt nach Münster statt. Die Initiative kam von den Jugendlichen selbst. Wer vor zwei Jahren bereits die Teamfahrt mit Pfarrerin Dahms miterlebt hatte, wollte diese Erfahrung unbedingt wiederholen und anderen Teamer*innen zugänglich machen und war engagiert und motiviert an den Vorbereitungen mitbeteiligt. Dieses Mal fuhren 19 Jugendliche aus beiden Konfi-Bezirken mit.
Wichtiger Teil des Programms war also das Kennenlernen und Vernetzen untereinander und mit den beiden Pfarrerinnen und dem Jugendmitarbeiter Stephan Miekus. Inhaltlich ging es um die Rolle als Teamer*in und was sich verändert, wenn man eben nicht mehr selbst Konfi ist, sondern nun ehrenamtlich die neuen Konfis begleitet. Es ging um Grenzen, wie man sie sowohl wahrnimmt als auch setzt, und um den richtigen Umgang mit Verdachtsfällen im Bereich sexualisierter Gewalt.
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In diesem Rahmen haben auch alle Jugendlichen die vom Kirchenkreis vorgeschriebene „Selbstverpflichtungserklärung für respektvolles und grenzachtendes Verhalten“ unterschrieben, die auf der Homepage des Kirchenkreises Dortmund einsehbar ist. Nach einem gemeinsamen Gottesdienst am Sonntagmorgen waren bei der Feedback-Runde zu fast jeder Frage alle Daumen nach oben gereckt.
Ein tolles Wochenende, das allen, die mitgefahren sind, noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
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Bericht: Bläserchor in Eisenach und auf der Wartburg von Jürgen Schreier
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Nach Eisenach, in die Geburtsstadt Johann Sebastian Bachs und auf die Wartburg begaben sich die Mitglieder des Bläserchores Melanchthon vom 12. bis 13. September. Das erste Ziel war ein Besuch des Bachhauses mit den ehemaligen Wohnräumen aus Bachs Zeit und den angrenzenden modernen Räumlichkeiten eines der meist besuchten Musikermuseen Deutschlands.
Die Führung durch das Gebäude begann mit einer klanglichen Vorstellung historischer Tasten-instrumente (Hausorgel, Spinett, Cembalo, Clavichord). Während alle musealen Gegenstände unter einem Berührungstabu standen, war im Fall einer Hausorgel eine blasebalgtretende Assistenz erwünscht. Im modernen Trakt konnte ein medialer und akustischer Einblick in die Werke Bachs gewonnen werden.
Eine bläserische Besonderheit waren die nach einer Schenkung eines privaten Instrumentensammlers G. Hett aus Bergisch Gladbach übernommenen etwa 470 historisch bedeutsamen Blasinstrumente. Davon konnten 150 in den Ausstellungsvitrinen besichtigt werden. Darunter einige Kuriosa wie Kuhhorn und weitere Hornvarianten, Spaziertrompete, Glasposaune, Ophikleide etc. bis hin zu heute noch gebräuchlichen Blasinstrumenten. Zu unserer Überraschung gab es vor dem Bachhaus am Nachmittag noch eine von einem Posaunenchor vorgetragene Bläserserenade. Am Abend ging es auf die Wartburg zu einem Konzert „Liebesquartette“ von Richard Wagner und Robert Schumann. Ausführende waren Mitglieder der Meininger Hofkapelle. Im Festsaal des mit der prachtvollen Ausgestaltung aus der Mitte des 19. Jahrhunderts war das Konzert ein besonderes Erlebnis.
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Den Auf- und Abstieg zur und von der Wartburg hatten einige fußläufig geschafft, andere den Shuttlebetrieb bevorzugt. Bei schönem Wetter war der abendliche Blick in das Thüringer Umland beeindruckend.
Am nächsten Tag stand bei regnerischem Wetter erneut ein Besuch der Wartburg auf unserem Programm. Für diesen Fall hatten wir eine Führung durch die Räumlichkeiten der Burg gebucht (darunter Sängersaal, Lutherstube, Festsaal ...). Mit einer freundlich zugewandten und sehr kompetenten Begleiterin verging die zur Verfügung stehende Zeit viel zu schnell.
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Atmosphärisch nicht unbedeutend für eine Gruppenreise sollen die Mahl- und Zwischenzeiten in geselliger Runde hier Erwähnung finden.
Vielleicht haben Sie Lust bekommen, sich dem Bläserchor anzuschließen. Leihinstrumente wären ggf. vorhanden und eine Trainingsmöglichkeit bestünde auch.
Mit bleibenden Eindrücken sind alle wohlbehalten heimgekehrt.
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Bericht: Ostfriedhof als Thema in der Sitzung der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost
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Mit einem Thema, das uns als Kirchengemeinde besonders am Herzen liegt, hat sich die Bezirksvertretung am 8. September beschäftigt. Die Eingabe des Kunst und Kultur im Kaiserviertel e.V. ist herunterladbar im Gremieninformationssystem der Stadt Dortmund. Zusammengefasst geht es darum, dass der Verein ein Konzept fordert, dass den Ostfriedhof als Ort der Bestattung (1), Standort historischer bedeutsamer Denkmale und Grabstätten (2), ökologisch wertvolle Grünfläche und Lebensraum für Flora und Fauna (3) und als Erholungsort mit pietätvoller Nutzung der Freiflächen (4) wahrnimmt. Um dies zu erreichen, fordert der Verein eine Beschränkung der Bestattungen auf dem Ostfriedhof. Die gesamte Argumentation ist abrufbar online im Gremieninformationssystem der Stadt Dortmund. Zu dieser Eingabe haben wir als Evangelische Kirchengemeinde eine Stellungnahme verfasst, die wir zur Sitzung der Bezirksvertretung am 8. September eingereicht haben:
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Wir, die evangelische Ev. Kirchengemeinde St. Reinoldi Dortmund, rechtliche Nachfolgerin der früheren Melanchthon-Gemeinde, nehmen hiermit Stellung zur Eingabe „Erhalt des Ostfriedhofs durch ein ‚4-Klang-Nutzungs-konzept‘“ (Tagesordnungspunkt 4.16 bei der 6. Sitzung der BV Innenstadt-Ost am 08.09.2026).
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Der Ostfriedhof ist von großer Bedeutung für unsere Gemeindeglieder. Wir bestatten dort jährlich ungefähr 30 bis 50 Verstorbene, die sich zum Teil selbst noch zu Lebzeiten ein Grab dort ausgesucht haben. Geschätzt werden der besondere Charakter des Ostfriedhofs, sowie die Nähe zu früheren Wohnorten Verstorbener oder noch aktuellen Wohnorten Angehöriger. Der Ostfriedhof ist ein „anderer“ Ort, an dem unsere Gemeindeglieder beim Spaziergang Ruhe genießen, der Geschichte ihrer Stadt begegnen und sie mit ihrer eigenen Lebens- und Familiengeschichte in Kontakt bringen können. Zudem machen sie dort die heilsame Erfahrung, dass alles endlich ist und doch weitergeht. Das ist eine Qualität dieses Ortes, die nur gesichert ist, wenn dort auch regelmäßig Bestattungen stattfinden. Regelmäßige Bestattungen auf dem Ostfriedhof sprechen gerade vom Leben. Sie verbinden uns immer wieder neu mit den Menschen, die vor uns verstorben sind. Ein Friedhof darf kein Museum werden, sondern muss Teil des Lebens der Menschen im Quartier sein und bleiben. Dass alte oder historische Gräber direkt neben neuen Gräbern liegen, betont dies. Natürlich müssen Gräber gepflegt werden und auch wir unterstützen den Erhalt und die Pflege historischer Grabstätten.
Beisetzungen und neue Gräber stören nicht das ökologische Gleichgewicht. In einer Stadt ist es nicht immer einfach, gestaltete und von Menschen beeinflusste Flächen und sich möglichst ungestört entfaltende Natur nebeneinander zu entwickeln. Auch in dieser Hinsicht sind Friedhöfe besondere Orte. Dass bei der Planung und Pflege eines Friedhofs durch die Friedhofverwaltung der Stadt Dortmund unterschiedliche Interessen abzuwägen sind, liegt auf der Hand. Naturschutz und der Erhalt historischer Gräber, der in der Vergangenheit nicht immer geglückt ist, sind nur dann finanziell möglich, wenn vor Ort auch weiter bestattet wird.
Wer Freizeitflächen sucht, findet solche in direkter Nähe, z.B. den Platz an der Robert-Koch-Straße oder den großen Spielplatz direkt am Friedhof. Dort sind auch Freizeitveranstaltungen mit Kindern, z.B. das Feiern von Kindergeburtstagen, möglich. Es spricht nichts gegen eine Öffnung des Friedhofgeländes für die Öffentlichkeit, wie es beim Ostfriedhof schon lange der Fall ist, aber eine Reduzierung der Bestattungsressourcen bei gleichzeitiger Ausweitung von Freizeit- oder Eventflächen, lehnen wir als evangelische Kirchengemeinde ausdrücklich ab.
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Schätze unserer Kirchengemeinde: Das Franziskus-Kreuz von Heidrun Otto
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Ist Ihnen dieses Kreuz im Gemeindesaal des Melanchthon-Zentrums schon aufgefallen? Es ist eine Replik eines ehrwürdigen Kreuzes, das in den Erzählungen um Franz von Assisi eine Rolle spielt: 1206 soll Franziskus einen Traum gehabt haben, der ihn nach Assisi zurückgehen ließ. Er suchte dort die kleine Kirche San Damiano auf, die vor den Stadtmauern Assisis lag, um im Gebet zu erfahren, was Gottes Wille sei.
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Nach der Legende soll das Kreuz zu Franziskus gesprochen haben: „Franziskus! Geh hin und stelle mein Haus wieder her, das, wie du siehst, zu zerfallen droht.“
Die Bilder im Hintergrund der Kreuzesdar-stellung zeigen Szenen aus der Heilsgeschichte: Die Frauen am leeren Grab, unter den Armen des Gekreuzigten unterhalten sich Engel, die von der Auferstehung zu denen sprachen, die an Christus glaubten, über dem Haupt sehen wir eine Darstellung der Himmelfahrt Christi umgeben von Engelschören.
Es gibt noch viel mehr zu entdecken… Franz von Assisi soll den Auftrag, den das Kreuz ihm gab, angenommen haben: „Höchster, glorreicher Gott! Erleuchte die Finsternis meines Herzens und schenke mir rechten Glauben, gefestigte Hoffnung und vollendete Liebe. Gib mir, Herr, das rechte Empfinden und Erkenntnis, damit ich deinen heiligen Auftrag erfülle, den Du mir in Wahrheit gegeben hast.“
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Die Franziskus-Gemeinde hat diese Kreuz-Replik der Melanchthon-Gemeinde 1998 zu ihrem 50-jährigen Bestehen geschenkt als Zeichen ökumenischer Verbundenheit. Damals wurde es in den großen Saal des Melanchthon-Hauses gehängt.
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Termine und Veranstaltungen
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Bilder: gemeindebrief.de, Stadt Dortmund und privat
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